Bettys Mäusehotel

Katz und Maus im Haus(e) Betty

Ganz richtig, ihr habt euch nicht verlesen: IM Hause.
Woanders hüpfen die Mäuse im Wald, auf der Wiese oder - mit viel Glück - vielleicht im Garten rum.
Aber ich hab hier das Oberglück: einmal vom Sofa fallen, schon befindet man sich praktisch mitten im Mäusehimmel.

Während Farbmausdame Ronja sich noch denkt: "Wo bleibt mein Leckerchen?"
Freue ich mich: Oooh, da wartet schon mein Leckerchen auf mich.

Jaja, ich kann mir schon denken, wie ihr vor den PC-Bildschirmen fiebrig auf und ab hüpft.
Aber denkste!
Ohne Aufsicht heißt es hier für mich nämlich BETRETEN VERBOTEN. 
Mit mindestens drei Ausrufezeichen.

Wenn ich dann doch mal mit zur Fütterung kommen darf (natürlich nur zur Mäusefütterung, ich darf leider nicht mal kosten. Nicht mal am Mäuseschwänzchen knappern darf ich, nene.) werde ich in den Schwitzkasten genommen und musss mucksmäuschen still - dafür aber mit umso größeren Augen - vor dem Käfig ausharren.

In den Käfig darf ich leider nicht. Obwohl ich da locker Platz hätte.
Deshalb gibt es leider, leider auch nicht viel mehr Gruppenfotos von einer Mäuseparty mit Stargast Mimi.

Seit exakt 5 Jahren mästet Betty nun ihre Mäuse. Für wen, weiß ich nicht. Ich hab jedenfalls noch nie kosten dürfen. Meine Zweibeinerin behauptet immer, dass man ihre Mäuse nicht essen darf, das seien Haustiere wie ich auch. Pffff.


Betty meint gerade, ich solle nicht so aufmüpfig und unverschämt sein und stattdessen lieber ihre Mäusegeschichte erzählen.
Ihr wollt die wirklich auch hören?

Na denn, viel Spaß mit Bettys Artikel, der 2014 auch schon in der Zeitung veröffentlicht wurde:

Auf die Maus gekommen

Es ist morgens um kurz nach halb sieben und am liebsten würde man sofort wieder ins gemütliche Bett zurückkehren. Wirft man einen Blick in den dunklen Raum nebenan, der bereits an der Tür mit einem Schild vor Betreten warnt, wird man augenblicklich wachgerüttelt.
Es raschelt, poltert und gelegentlich ist auch ein Fiepen zu hören. Spätestens wenn man das Käfiglicht anknipst, wird jeder Gedanke an Schlaf zurückgedrängt. Zum einen, da man von dem munteren Gewusel in eine Art Bann gezogen wird, zum anderen, da man ab Betreten des Raums sofort in das Treiben der elfköpfigen Bande miteinbezogen wird. 
Es dauert nicht lange, schon stehen mindestens fünf der Racker an der Käfigtür und warten auf ihr morgendliches Leckerchen und auch der Rest der Truppe lässt nicht lange auf sich warten und die flinken Tierchen kommen von den verschiedensten Ecken aus freudig angelaufen.
Farbmaus Tyson schaut aus einer Kokosnuss
Tyson hat aus seinem Kokosnusshaus Überblick über den gesamten Käfig
Seit Sommer 2011 wohnen Farbmäuse bei mir – obwohl ich schon allein wegen unserer Katze Mimi nie welche halten wollte und auch nicht durfte. Doch wie der Zufall es wollte, habe ich während meines Ferienjobs im August 2011 in der Firma eine kleine weiße Maus gefunden, die in einer Kiste gefangen war. Das Tier wurde mir mit Verdacht auf Vergiftung kurzerhand mit nach Hause gegeben, wo es seine letzten Tage genießen sollte. Doch „Frederick“ wurde größer und lebhafter, sodass meine Familie und Mimi sich allmählich damit abfinden mussten, einen weiteren Mitbewohner (und in Mimis Fall nicht etwa Snack) begrüßen zu dürfen. 
Nach der Geschlechtsbestimmung behielt Frederick ihren Namen auch weiterhin und durfte sich auf einen Käfig mit viel selber gebastelten und gebauten Spiel-, Kletter- und Schlafplatzmöglichkeiten, sowie Gesellschaft durch Farbmausdame Chilli freuen. 
Farbmaus Chilli in ihrem Käfig

Nach umfassenden Recherchen in Internetforen und zahlreichen Büchern, sowie langen Beobachtungszeiten vor dem Käfig stand fest: der Käfig soll größer werden und zwei weitere Mäuse sollen einziehen dürfen. Denn die kleinen Tierchen benötigen weitaus mehr Platz, als es auf den ersten Blick erscheint und fühlen sich in Rudeln ab mindestens vier Tieren am wohlsten.
Im April 2012 erfolgte somit ein Umzug in einen umgebauten Meerschweinchenkäfig und die beiden Weibchen Murmel und Knopf aus Gersthofen durften dort miteinziehen.
Farbmausweibchen Murmel mag Gänseblumen
Murmel - eine Maus die ihrem Namen alle Ehre machte.
Nach weiteren umfangreichen und langwierigen Recherchen kam es im Dezember 2012 schließlich – und endlich – zu einer grundlegenden Erneuerung: während mein Vater den von mir entworfenen Käfig mit mehreren Etagen anfertigte, mit speziellem nagerfreundlichen Lack behandelte, viel neues Spielzeug, Kletterzubehör und Häuschen baute, begab ich mich auf die Suche nach Zuwachs für meine verbliebenen drei Damen. Fünf Weibchen waren relativ schnell gefunden, doch aufgrund der Gruppengröße sollten auch einige Kastraten den Käfig mit Leben füllen.
Reine Weibchengruppen, vor allem mit mehr als fünf Tieren, sind in vielen Fällen nicht einfach zu halten, da es häufig zu Gezicke untereinander kommen kann. Ein Kastrat aber kann wahre Wunder bewirken.
Farbmauskastrat Pirat knabbert Heu
Mäusemann Pirat

Doch leider sind Farbmäuse als Haustiere in unserer Region schon fast eine Seltenheit. Schließlich aber kamen drei Albinokastraten, welche die nun sehr bunte Truppe wunderbar ergänzten, aus dem Tierheim Nürnberg per Mitfahrgelegenheit angereist. Neben vier Albinos waren unter anderem die Farbvarianten Agouti, Black, Black Tan, sowie mehrere Schecken zu finden.
Farbmäuse beim Klettern auf einer Leiter
Klettern - eines DER Highlights für Knopf, Ludwig, Pauline und Heidi
Somit konnte die Vergesellschaftung der farbenreichen Gruppe starten. Aufgrund ihres ausgeprägten Revierverhaltens müssen die Tiere langsam aneinander gewöhnt werden. Dabei werden die Mäuse zunächst auf kleinem Raum und ohne Inventargegenstände gehalten, um sich kennenzulernen. Sofern es zu keinen Auseinandersetzungen mehr kommt, kann anschließend täglich erweitert werden: entweder die Tiere erhalten z.B. Zubehör zum Spielen oder Schlafmöglichkeiten, oder mehr Platz. Sollte es zu Streit kommen, muss der Platz wieder verkleinert, bzw. die Gegenstände erneut entfernt werden. Nur so ist ein harmonisches Zusammenleben garantiert, anderweitig kann es auch Wochen, sogar Monate später erst, zu schwerwiegenden und blutigen Konflikten kommen. Je nach Verhalten und Charakter der Tiere und Größe der Gruppe kann oder muss eine Vergesellschaftung demnach über Wochen bis Monate hinweg erfolgen.
Farbmaus Rotkäppchen beim Nestbau
Rotkäppchen beim Nestbau

Doch nicht nur eine Vergesellschaftung bringt Stress für die Tiere und den Halter mit sich. Die kleinen Racker haben leider eine nur kurze Lebenserwartung von durchschnittlich etwa zwei Jahren, die aber aufgrund der enormen Krankheitsanfälligkeit oft deutlich kürzer ausfallen kann. Dennoch gibt es auch Fälle, bei denen Tiere bis zu drei Jahre oder sogar älter geworden sind.
Darüber hinaus spielt eine ausgewogene Ernährung eine wichtige Rolle. Dazu gehört neben dem Eiweißbedarf, der mit Mehlwürmern oder Grillen abgedeckt werden kann, auch Frischfutter in Form von Gemüse oder Kräutern. Das Hauptfutter wird von mir selbst gemischt und besteht aus über 50 verschiedenen Saaten, Samen, Kräutern und weiteren Zutaten.
Farbmausfütterung
Gruppenmampfen - wie viele Mäuse passen IN die Futterschüssel? Bettys Rekord liegt bei 8 verfressenen Mäusen.
Mittlerweile durften bereits 44 Farbmäuse ihr Leben bei mir genießen. Derzeit wuselt noch eine 11er Gruppe durch den großen Käfig – der somit voll ausgelastet ist. Zeitweise wurde letztes Jahr aber sogar ein zweiter Käfig aufgestellt, um fünf weitere Tiere zu beherbergen, die aus einem privaten Notfall stammten. Denn mir ist es wichtig, Tieren in Not ein besseres Leben schenken zu können. Daher kommen meine Tiere fast ausschließlich aus Tierheimen oder privaten Notfällen.
Farbmauskastrat Tabaluga
Tabaluga, ein einsamer Mäusemann aus Augsburg durfte bei Betty ein Leben umgeben von vielen Mäusedamen genießen.
Trotz des zeitweise enormen Arbeitsaufwands (vor allem während der Vergesellschaftung) bereitet mir die Haltung viel Freude und es ist wahnsinnig interessant, die neugierigen, quirligen Tiere und ihr jeweiliges Verhalten zu beobachten – denn handzahm werden die Tiere nur in den seltensten Fällen. Übrigens konnte auch Katze Mimi sich mit ihren neuen Mitbewohnern arrangieren, sodass es noch nie zu irgendwelchen Zwischenfällen gekommen ist.
Farbmäuse beim gemeinsamen Futtern
Blub, Pauline und Heidi lassen sich den frischen Salat schmecken.
Nachdem ihr nun bestens über die Farbmaushaltung informiert seid, darf ich das Wort nun wieder an mich nehmen. Ist ja schließlich mein Katzenblog und kein Foodblog, hehehe.

Aber ja ihr seht: da wohnt man mit den köstlichen, gut gemästeten Mäusen unter einem Dach und hat letztendlich gar nix davon. Zugegeben, süß sehen sie ja schon aus. Aber eben auch zum anbeißen süß - wortwörtlich.
Farbmausweibchen Blub
Blub

Handzahme Mäuse hatte Betty in all diesen Jahren übrigens nur eine einzige. Das war die quirlige und immer neugierige Dame Kex.
Ein Beweisfoto gibt es sogar auch. Zwar schon etwa älter, aber Bettys Lockenschopf lässt natürlich keine Zweifel offen:
Zweibeinerin Betty mit Farbmaus Kex
Betty und die zahme Kex
Der Käfig im Hintergrund ist der von Bettys Papa gefertigte Eigenbau.
Die im Handel erhältlichen Käfige sind fast ausschließlich völlig ungeeignet für eine tierfreundliche und artgerechte Farbmaushaltung. Daher hat es sich unter den Mäusehaltern bewährt, die Käfige selbst zu bauen, oder eben bauen zu lassen.
Das Ergebnis ist in diesem Fall ein mehrstöckiger Käfig mit vielen Ebenen, Versteckmöglichkeiten, Buddelbereich unten links, verschiedenstes Einstreu und eine in den Käfig integrierte- natürlich nagerfreundliche - Beleuchtung:
Farbmaus Eigenbau mit vielen Etagen, Versteckmöglichkeiten und Buddelbereich
Bettys Eigenbau für die Farbmäuse

Nun wisst ihr also bestens Bescheid über Bettys Hobby (die Mäuse mästen füttern) und mein persönliches Mäusehobby: die Stinker beobachten.

Und weil das so spannend ist wie es im Streu raschelt, fiept und piept, werd ich mal meine Betty suchen und mit ihr eine Sightseeing-Tour durchs Mäusezimmer drehen.
Die verstaubte Farbmausdame Pauline beim Knabbern
Schmutzfink Pauline beim Knabbern
 
Schnurrrr,
euer Touri Mimi

Kommentare:

  1. Boah Mimi was für ein Katzenhimmel du hast sogar eigene Mäuse toll, hier werden alle voll neidisch, aber so richtig viel hast du ja auch nicht davon, ist aber voll korrekt. Das sind ganz posierliche Tierchen hier wäre das nix. Aber supertolle Fotos und ein tolles Mäusehaus.....
    Alles Liebe für euch von Tatjana

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  2. Liebe Mimi,
    so ein Mäusehotel ist eine interessante Sache. Bei uns haben viele Jahre Rennmäuse gewohnt. Die hatten auch so eine tolle Hütte gehabt. Rambo durfte da auch nicht ran und wir durften nur von weitem gucken. Ach, das Frauchen wurde gleich wieder an ihre "Mäusezeiten" erinnert. Vielen Dank für die schönen Bilder.
    Liebe Grüße von Emma, Lotte, Rambo und Frauchen

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  3. Hallo liebe Mimi,

    Bettys Farbmäuse leben ja in einem Paradies. Die Mäusevilla ist ja der Hammer!!! Die Mäuse sehen sehr gepflegt und gesund aus, es ist ja eine wahre Freude sie anzuschauen. Die Mäuse haben einen guten
    Appetit, wie man sehen kann!!!
    Ich kann mir vorstellen, dass in Bettys Hobby viel Liebe und
    ebenso viel Arbeit steckt.
    Es ist bestimmt ungewöhnlich, wenn ein Zweibeiner Mäuse und auch
    noch eine Katze in seinem Zuhause hat. Aber du hast dich ja an
    die Rasselbande gewöhnt und Betty hat die Mäuse unter Verschluß
    in der schönen Mäusevilla, damit nichts geschehen kann.
    Ich finde die Mäuse total interessant und kann mir vorstellen, dass
    man sich für diese sehr begeistern kann.
    Der Einblick in das Mäuseleben mit den tollen Fotos war ja sehr
    informativ.
    Besonders gut gefällt mir das Fotos mit dir auf Bettys Arm und das Gruppenfoto der verfressenen Mäuse!
    Ich wünsche Betty weiterhin viel Spaß und Freude mit ihren Farbmäusen und natürlich auch mit dir!!!

    Liebe Grüße von
    Elke

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  4. Ui, Katz' UND Maus in EINEM Haus! *staun* Der wahre Himmel auf Erden, oder!? *kicher*

    LG
    Malina!

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  5. Das ist ja echt ne coole Etagenmwohnung was der Betty-Vater da gebaut hat *staun* Mit den ganzen Lichter hat das echt schon etwas *festenick*

    Schade, dass Mäuse nicht so lange unter uns weilen. Da ist Betty bestimmt oftmals traurig. Schon interessant, wie so durch einem Zufall eine Begeisterung dafür entstehen kann oder.

    Bei der Vergesellschaftung mussten wir ja etwas schlucken. Wir haben uns vorgestellt, wie das bei Finnis Einzug gewesen wäre -> auf einmal alles weg, nur damit wir uns nicht aus dem Weg gehen können.

    Nur schade, dass du mit dem Mäuse-Clan nicht alleine bleiben darfst. Da ist für unseren Menschen ja wie vor der Eisdiele stehen und nach leckerem Eis zu lechzen. ;)

    Stumper
    Shadow, Ernie, Monti & Finn

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Na, wer maunzt mit mir?